Kollektive Fastenzeit

Ein Beitrag zur Aktion "Kursgruß" von Dr. Michael Schindler, Pastoralreferent SE Ravensburg Mitte

Bild:Kollektive Fastenzeit  Eine pulsierende Wirtschaft und Gesellschaft, die vom Leitmotiv ständigen Wachstums angetrieben ist, fährt herunter und pausiert in Teilen komplett. Eine kollektive Entsagung. Ein aufgezwungenes Fasten von Sozialkontakten, vom Shoppen, vom Abgeben von Kindern an Schule und Kita, vom Reisen, vom gemeinsamen Sporttreiben oder -schauen, von kulturellen Veranstaltungen und von vielem weiteren mehr. Und sofort merken wir, dass solch einschneidendes Fasten enorme ökonomische Kosten verursacht, wie viele Menschen dadurch keine Einkünfte mehr haben, wie es zu einer wirtschaftlichen Dynamik nach unten kommen wird, die durch ungeheure staatliche Geldsummen abgefedert werden soll. Und die psychischen Kosten, die die Kontaktsperre bedeutet, gerade für die Menschen in Pflegeheimen oder auf der Straße sind noch gar nicht abzusehen.

Doch zugleich zeigt sich, dass diese kollektive Erfahrung auch zu einem neuen und so nicht gekannten Gemeinschaftsgefühl führt. Denn in unserer pluralen Gesellschaft, die sonst in vielerlei oft gegeneinander undurchlässige Milieus zerteilt ist, ist eine solch kollektive Erfahrung, die alle betrifft, jung und alt, reich und arm, welcher Herkunft, Kultur, Religion auch immer, etwas völlig Neues. Natürlich bleiben auch jetzt Unterschiede, ob man mit einer Familie in einer kleinen Wohnung oder einem großen Haus wohnt, wie gut die Internetverbindung ist, ob Kinder beim Homeschooling von den Eltern gecoacht oder tagelang mit ihrem Smartphone alleine gelassen werden. Und doch ist es noch nie dagewesen, dass alle denselben Einschränkungen unterworfen werden, von denen man sich nicht freikaufen kann, ja dass es sogar in den Kirchen zu einem Gottesdienstfasten gekommen ist.

Fasten ist in der christlichen Tradition kein Selbstzweck. Fasten dient der Besinnung, der Umkehr und der Vorbereitung auf Ostern. Wenn wir nach der Krise einfach weitermachen wie bisher, wird sich wie bei vergeblichen Diäten nur der Jojoeffekt einstellen, gemäß dessen man hinterher mehr Pfunde auf den Rippen hat als vorher. Aber vielleicht wird uns die kollektive Fastenzeit einen Blick auf eine andere Lebensqualität eröffnen. Vielleicht werden wir dieses Jahr Ostern, ohne in einer Kirche feiern zu können, tatsächlich als Fest der Verwandlung vom Tod ins Leben erleben: Das kann geschehen, wenn wir die Menschen, die infolge von Covid 19 sterben, und zwar nicht nur in Deutschland, in unser Gebet mit aufnehmen und für sie die Hoffnung bezeugen, dass sie nicht nur in der Statistik der Nachrichten als Zahl auftauchen, sondern in der Hand Gottes geborgen sind. Und die österliche Verwandlung kann bewirken, dass diese Gesellschaft eine andere geworden sein wird, mit mehr Wertschätzung für das Kleine, mehr Sinn für das Wesentliche, mehr Blick für den Mitmenschen, mehr Freude an der der Muße und mehr Raum für Gott.
(Foto: Daniela Dimitrova_pixabay / freie Nutzung)

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